KRITIK DER WOCHE

Ausgerechnet Sibirien
Er war Komiker, Killer, Kommissar: Joachim Kròl hat schon eine vielseitige Schauspielerkarriere hinter sich, doch jetzt besinnt er sich darauf zurück, womit er einst begonnen hat: Als Komödiant spielte Kròl in vielen Filmen der 90er Jahre mit, seither war er eher beim „Tatort“ zu sehen.

In „Ausgerechnet Sibirien“ ist er Matthias Bleuel, ein Vertreter der deutschen Bekleidungsindustrie, auf einer Geschäftsreise in Russland. Und dort geht alles schief, was schief gehen kann. Schon als sein Anschlussflug in Novosibirsk ohne Begründung gestrichen wird, ist Bleuel völlig überfordert von der fremden Kultur und Sprache. Zum Glück hilft ihm sein alter Schulfreund Holger (Armin Rohde) aus der Patsche. Doch am Ziel der Reise warten neue Probleme, denn nichts geht in Kemerovo vonstatten wie erwartet. Und dann verliebt sich Bleuel auch noch in die schorische Sängerin Sajana (Yulia Men).

Ralf Huettner hat ein gutes, routiniertes Gespür fürs Erzählen und inszeniert Kròl in einer für ihn wie geschaffenen Rolle als Durchschnittsbürger mittleren Alters, der mit Leichtigkeit zwischen Komödie und dramatischen Momenten changiert. Schön, Kròl dabei zuzusehen.

Details zum Film

Filmjournalist Matthias Greuling studierte Publizistik in Wien und Filmregie in New York. Heute schreibt er u.a. für M* magazine, celluloid Filmmagazin sowie die "Wiener Zeitung". Matthias Greuling
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