KRITIK DER WOCHE

Hasta La Vista
Das Sexleben von Lars, Philip und Jozef ist nicht existent, weil die drei jungen Männer gehandicapt sind: Lars ist aufgrund einer fortschreitenden Krankheit an den Rollstuhl gefesselt, Philip vom Hals abwärts gelähmt und Jozef fast vollständig blind. Gerne würden die drei ihrem Sexleben Auftrieb verleihen und da kommt ihnen ein kleines Bordell an der spanischen Küste gerade recht. Doch ihre besorgten Eltern würden ihnen die Reise dorthin niemals gestatten. Also beschließen die drei, sich selbstständig auf den Weg zu machen und nicht nur ihr jungfräuliches Dasein zu beenden, sondern auch ein Stück Freiheit zu gewinnen.

„Hasta la vista“ von Geoffrey Enthoven kratzt an einem gesellschaftlichen Tabuthema – wie schon die früheren Werke des belgischen Filmemachers. Er versucht, den Schicksalen des Lebens mit Humor zu begegnen, um neue Blickwinkel auf tabuisierte und somit gettoisierte Thematiken zu werfen. Inspiriert von der BBC-Doku „For One Night Only“, über einen querschnittsgelähmten Briten, der für das Recht von Behinderten auf Sex kämpft, changiert Enthoven gekonnt zwischen der Bedeutungsschwere des Themas und klischeehaften Slapstick-Elementen. Getragen wird „Hasta la vista“ von einem hervorragend agierenden Schauspieler-Ensemble.

Details zum Film

Filmjournalist Matthias Greuling studierte Publizistik in Wien und Filmregie in New York. Heute schreibt er u.a. für M* magazine, celluloid Filmmagazin sowie die "Wiener Zeitung". Matthias Greuling
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